Startseite | Impressum | Kontakt

Pressebericht- "Kleine Offene Tür in Hallenberg"

Westfalenpost 21.07.2015| Rita Maurer

Isabel Schaumburg (links) und Nadine Bornscheuer (Mitte hinten) machen mit den Kindern in der Kleinen Offenen Tür Hallenberg einen multikulturellen Obstsalat.

Hallenberg. Das bunte Angebot der Kleinen Offenen Tür in Hallenberg kommt gut an. Neu sind die Sprach-Schnupperkurse.

„Was heißt denn Weintrauben, Ananas und Erdbeeren auf englisch?“ – „Grapes, pineapple and strawberries.“ – „Gut! Und diese Frucht mit der pelzigen Schale, was ist das?“ „Pfirsich auf deutsch und peach auf englisch.“ - „Richtig. Wie spricht man denn das englische Wort für Honigmelone richtig aus und wie schneide ich das?“

Das Stimmengewirr im Jugendtreff „Kleine Offene Tür (KOT)“ in Hallenberg ist mindestens so bunt wie die Schüssel mit Obstsalat, die sich nach und nach füllt. Sieben Kinder tummeln sich mit den beiden Leiterinnen Nadine Bornscheuer und Isabel Schaumburg in der Küche der Stadthalle, einige Jungs fläzen sich gemütlich im Sofa und spielen Play-Station, zwei Mädchen legen inzwischen akkurate Bügelperlenmuster.

Die KOT Hallenberg wurde 2006 von der Stadt in Zusammenarbeit mit dem Sozialwerk Sauerland eingerichtet mit dem Ziel, den Kindern und Jugendlichen in Hallenberg zwischen 8 und 18 Jahren vor Ort an drei Nachmittagen ein altersentsprechendes Freizeitprogramm anzubieten. Finanziert wird dieses Projekt vom Hochsauerlandkreis, die Stadt Hallenberg stellt die Räume in der Stadthalle und übernimmt die Energiekosten.

Geleitet wird die KOT von der Pädagogin Nadine Bornscheuer aus Frohnhausen. Seit Ende 2014 ist auch Isabel Schaumburg aus Hallenberg mit dabei, die mehrere Sprachen studiert und vor einigen Wochen die Sprach-Schnupperkurse eingeführt hat. Dabei geht es ihr nicht ums Lernen wie in der Schule oder Nachhilfe, wie sie ausdrücklich betont, sondern darum, den Kindern spielerisch anhand von alltäglichen Dingen ein Gehör und damit die Lust auf fremde Sprachen, aber auch gleichzeitig verschiedene Kulturen zu vermitteln.

Jetzt in den Sommerferien wird das Beschäftigungsprogramm eher spontan vor Ort abgestimmt, erzählt Nadine Bornscheuer. Eine Gruppe Mädchen möchte z.B. demnächst gerne in Frankenberg einen Einkaufsbummel machen, bei gutem Wetter geht es ins Schwimmbad oder mit dem Fahrrad zur Eisdiele.
Für jede Altersgruppe

Für die Zeit außerhalb der Ferien erstellen Nadine Bornscheuer und Isabel Schaumburg jeweils quartalsweise Programme mit Aktivitäten, die zu den unterschiedlichen Altersgruppen passen. Da wird dann u.a. gebastelt, gebacken, gegrillt und gekocht, für die Mädchen gibt es auch mal einen Beauty-Tag oder eine Übernachtung, die Jungen bevorzugen PC-Spiele – aber mit Absprache und Zeitlimit.

Für den Altweiberkarneval in Hallenberg wurden extra die „Tanz-Girls“ gegründet, die wochenlang probten und dann die Halle mit zwei modernen Tänzen begeisterten. Im August und Oktober ist in Zusammenarbeit mit der Polizei und der Caritas ein mehrtägiges Projekt zum Thema „Selbstbewusst gegenüber Gewalt und Drogen“ sowie ein Selbstverteidigungs-Workshop angedacht.
Gut angenommen

Viele Pläne also, die aber gerne angenommen werden: Fast 30 Kinder und Jugendliche nutzen das Freizeitangebot der KOT regelmäßig. Wie ist es, so vielen verschiedenen Teilnehmern gerecht zu werden und trotzdem das Zepter in der Hand zu behalten? „Die Arbeit hier fühlt sich an wie jeden Tag Kindergeburtstag“, stellen Nadine Bornscheuer und Isabel Schaumburg lachend fest. „Es ist manchmal anstrengend, aber meistens macht es richtig Spaß. Wenn wir später mal selber Familie haben, sind wir auf jeden Fall gut vorbereitet.“

Und wie auf einem Kindergeburtstag bekommt nun jeder einen Löffel (spoon) und eine kleine Schüssel (bowl), um den köstlichen Obstsalat (fruit salad) gemeinsam zu genießen – aber mit dem Unterschied, dass anschließend die verwüstete Küche und alle benutzten Spiele wieder aufgeräumt werden müssen. Das klappt tatsächlich – besser als zu Hause!

Öffnungszeiten:

Die KOT Hallenberg ist in der Stadthalle mittwochs und freitags von 14.30 bis 19.30 Uhr sowie donnerstags von 14.30 bis 17.30 Uhr für alle Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 13 Jahren geöffnet.

Der Donnerstag von 17.30 bis 19.30 Uhr ist dann den älteren Teilnehmern ab 13 Jahren vorbehalten.

Information: Bild und Text von Rita Maurer, veröffentlicht in der Westfalenpost am 21.07.2015.